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«Das Auto fasziniert»

Einen Automobil-Mechatroniker muss man nicht lange fragen, warum er sich für seinen Beruf entschieden hat. Die Begeisterung für das Auto lässt die Herzen vieler Schulabgänger höher schlagen. Es braucht allerdings auch einen intelligenten Kopf.

automechZu diesen intelligenten Köpfen gehört Joschi Rimml, Automobil-Mechatroniker im dritten von vier Lehrjahren und bereits gut integriert in der Garage seines Chefs Godi Weber. Dieser besitzt in Männedorf eine Toyota-Garage und erhält auf jede ausgeschriebene Lehrstelle vierzig bis fünfzig Bewerbungen. Nur die wenigsten Interessenten bringen allerdings genügend gute Schulnoten mit. Zumindest in Mathematik, Geometrie und Physik muss ein angehender Automobil-Mechatroniker stark sein. Am Eignungstest, den der Automobilverband für angehende Lehrlinge ausgearbeitet hat, werden zudem Allgemeinbildung und die handwerklichen Fähigkeiten geprüft.

Das sind harte Kriterien, und doch sind sie nötig. Die mechanischen Teile eines Autos gehen kaum noch kaputt. Aus dem einstigen Automechaniker ist der Automobil-Mechatroniker geworden. Mindestens so oft wie mit dem Schraubenschlüssel arbeitet er mit Laptop und Messgeräten. Das moderne Auto ist vollgepackt mit Elektronik. Stottert das Getriebe, streikt die Zentralverriegelung oder gehen die Scheinwerfer aus, braucht es diagnostisches Geschick, um den wahren Fehler aufzuspüren. Vielleicht ist nämlich gar nicht die Lampe defekt, sondern die elektronische Steuerung. Wer da blindlings einen neuen Scheinwerfer bestellt, hat schnell ein paar hundert Franken für ein nicht benötigtes Ersatzteil in den Sand gesetzt.

Vom Diagnostiker bis zum Ingenieur

Die Berufsaussichten für Joschi Rimml sind gut. Er kann sich zum Diagnostiker, Werkstattleiter oder an der Fachhochschule in Biel zum Ingenieur weiterbilden. Mit einer kaufmännischen Zusatzausbildung stehen ihm die Türen offen als Empfangschef oder für eine Kaderstelle in einem grösseren Betrieb, oder er kann Experte bei einer Versicherung oder einem Strassenverkehrsamt werden. Schon jetzt profitiert er von geregelten Arbeitszeiten, ist kaum Wind und Wetter ausgesetzt, und schwarze Hände sieht man bei ihm auch nicht. Ausserdem gehört die Fahrprüfung zum Lehrplan.
Verwandte Berufe sind der Automobil-Fachmann mit drei und der Automobil-Assistent mit zwei Jahren Lehrzeit. Inzwischen bilden sie mit einem Anteil von 85 Prozent aller Lehranfänger sogar die Mehrheit. Ihre Berufsaussichten sind ebenfalls intakt. Ist die Diagnose beim defekten Auto gestellt, geht es an die Reparatur, und da ist jede geschickte und fleissige Hand willkommen. Ausserdem kann sich der Automobil-Fachmann später mit zwei zusätzlichen Lehrjahren doch noch zum Automobil-Mechatroniker ausbilden lassen.

Frauen sind in den drei Berufen mit rund fünf Prozent vertreten. Mehr zu den Berufen Automobil-Mechatroniker, Automobil-Fachmann und Automobil-Assistent unter www.agvs.ch.

Redaktion Heidi Mühlemann, RENT A BRAIN

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